Nerdfunk 473: I love you, you pay my rent

Früher kam Software auf Diskette und CD-ROM und war mit einem Preisschild versehen. Heute gibt es sie zum Download und in Stores – und immer häufiger nicht zum Kauf, sondern auf Miete. Das ist für die Unternehmen ein interessantes Geschäftsmodell, weil die Mieterlöse fliessen, so lange der Nutzer die Software nutzt.

Da stellen sich viele Fragen: Ist das Modell auch interessant für die Nutzer – oder zahlen die auf die Dauer einfach mehr? Soll man sich verweigern oder auf die Softwareabos einlassen, selbst wenn es mehr Aufwand macht, den Überblick über die Kosten zu bewahren? Und wie gross ist die Gefahr, dass man seine eigenen Dokumente nicht mehr nutzen kann, weil man das Abo unabsichtlich hat auslaufen lassen oder ein technisches Problem auftritt?

Wir diskutieren das durchaus kontrovers: Denn während Digichris Mietsoftware gerne nutzt, hat Matthias Vorbehalte – die wegen schlechter Erfahrungen in der letzten Zeit deutlich gewachsen sind. Und wir gehen auch auf die generellen Trends beim Softwareverkauf ein: Dem Preiszerfall, den Apple mit seinem App-Store herbeigeführt hat, sowie den Trend, Einnahmen nicht über die App selbst, sondern über In-App-Verkäufe zu generieren.

Der Titel ist natürlich eine Anspielung an die Pet Shop Boys.

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Nerdfunk 472: Die digitale Dekade

Radio Stadtfilter hat in etwas selbstverliebter Weise seinen zehnten Geburtstag mit einer rauschenden Party im Gaswerk gefeiert. Da unsere Sendung und der dazugehörige Podcast fast genauso sehr in die Jahre gekommen sind, stehen wir nicht abseits. Wir begehen dieses Jubiläum ebenfalls, und zwar fast in Vollbesetzung.

Wir entscheiden während der Sendung spontan, ob wir das selbstverliebt, selbstkritisch, analytisch oder lobhudelnd tun. Denn die Frage stellt sich ja tatsächlich: Haben wir einen guten Job gemacht? Schaffen wir es, die Welt zu erklären oder sind wir zu sehr Nerds, Fanboys oder deformierte Professionnels, um über den Tellerrand hinauszublicken? Sollten wir politischer oder service-hafter, kritischer oder versöhnlicher werden?

Und damit diese Show nicht gänzlich zur Nabelschau gerät, betrachten wir nicht nur uns, sondern auch unser Thema. In den letzten zehn Jahren hat sich in der digitalen Sphäre viel getan: Ob es um den Aufstieg des mobilen Internets und den Abstieg des PCs geht, der Vormarsch von Social Media und Streaming, der Siegeszug der Influencer und der künstlichen Intelligenz, die Freuden von 5G und die Unbill des Medienwandels – die Veränderungen waren rasant. Und jetzt müssen wir nur noch herausfinden, ob im Schnitt das meiste schlechter oder manches doch besser geworden ist.

Wer die Sendung live gehört hat, hätte mitdiskutieren können – via Twitter und (@nerdfunker) oder über die Nummer ins Studio (052 203 31 00). Übrigens: Diese Kanäle stehen während unseren Live-Sendungen immer offen, wobei es von der Situation abhängt, ob wir uns unterbrechen lassen oder nicht.

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Nerdfunk 471: Digital zum neuen Job

Alles verändert sich – sogar die Art und Weise, wie wir neue Jobs suchen und finden. Früher haben wir im Stellenanzeiger geblättert und uns auf interessante Anzeigen hin beworben. Heute gibt es eine Reihe von Plattformen, bei denen man als Arbeitnehmer entweder nach Stellen sucht oder sein Profil hinterlegt.

Smartstaff.ch ist eine Plattform, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenbringt: Beide hinterlassen ihre Profile und die werden dann, fast wie beim Heiratsvermittler, abgeglichen. Die Plattform erzeugt auch die Dokumente, um die beiden Parteien vor allem für temporäre Einsätze, gelegentlich aber auch für Festanstellungen zusammenzubringen.

Wir sprechen mit Jürg Karlen, dem Gründer von Smartstaff: Wie hat sich das Geschäft in den letzten Jahren verändert? Was zeichnet die digitale Jobvermittlung aus und wie unterscheidet sich seine Plattform von grossen Konkurrenten wie jobs.ch? Finden wir die gleichen Jobs wie früher, nur schneller, einfacher und mit weniger Bürokratie? Und stimmt es, dass die temporären flexiblen Anstellungsverhältnisse auch hierzulande auf dem Vormarsch sind?

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Nerdfunk 470: Warum hört Tim Cook nicht auf Antoine-Pierre?

Windows 7 ist tot, zuckt aber noch ein bisschen… Im Digital 32 vom 13. Oktober 2009 haben wir uns auf die Ankunft von Windows 7 vorbereitet. Und jetzt, kaum zehn Jahre später, ist es Zeit, dieses Betriebssystem zu beerdigen. Und es scheint, als ob einiges an Trennungsschmerz zu bewältigen sei. Der scheint nicht ganz so gross zu sein wie bei Windows XP. Aber dennoch fällt das Loslassen schwer.

Wir leisten Trauerarbeit und erklären, warum Windows 10 gar nicht so schlimm ist. Und wir kümmern uns auch noch um ein, zwei andere Themen: Warum sortieren Suchmaschinen die Resultate nicht chronologisch? Und warum zum Henker hört Tim Cook nicht auf Antoine-Pierre? Weiterlesen →


Nerdfunk 469: Viva la revolución digital?

Die Industrialisierung hat unsere heutige Welt geprägt. Und schon stecken wir mitten in der nächsten Umwälzung. Die heisst Digitalisierung. Oder, präziser: Digitale Revolution. Wohin die führt, werden wir erst sehen, wenn sie überstanden ist. Vielleicht bringt sie ein neues Präkariat hervor, macht Millionen arbeitslos. Oder eventuell ist auch alles halb so schlimm – denn der Mensch ist schliesslich eine anpassungsfähige Spezies.

Wir beschäftigen uns im Nerdfunk mit den heute schon sichtbaren Auswirkungen dieser digitalen Revolution. Während um uns die künstliche Intelligenz erwacht und immer mehr Aufgaben übernimmt, wird das menschliche Personal aus der Öffentlichkeit verdrängt. Wir ziehen unser Geld aus dem Automaten, kaufen unser Ticket in der App, kassieren uns im Laden selbst ab. Und immer häufiger bekommen wir es mit Robotern zu tun: An den Telefon-Hotlines, aber auch schon in automatisierten Restaurants. Und es gibt auch schon Bordelle, wo Sex-Roboter den Liebesdienst verrichten.

Dem sehen wir Nerds mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits sind wir gespannt auf den technischen Fortschritt. Andererseits möchten wir uns von den Maschinen nicht auf der Nase herumtrampeln lassen. Darum sprechen wir kritisch über dieses Phänomen – und sagen, was wir tun, damit es nicht ganz so haarig wird. Weiterlesen →


Nerdfunk 468: Medienkompetenz, zweite Lektion

Der Nerdfunk setzt (nach Nerdfunk 451) seine kleine Unterrichtsreihe zur Medienkompetenz fort: Wir haben uns das Ziel gesetzt, gemeinsam unsere Fähigkeit zu schulen, im Netz vertrauenswürdige Informationen von Unsinn zu unterscheiden. Dazu schärfen wir alle unsere Sinne, damit wir erkennen, wann uns jemand nicht die ganze Wahrheit verrät oder uns aufgebauchte Nichtigkeiten verkaufen möchte. Wir bauen Verteidigungsmechanismen gegen all die Manipulationsversuche auf, bei der wir zu willigem Klick-Vieh oder zu Sharing-Deppen degradiert werden sollen – also zu Leuten, die auf Facebook jeden Quatsch teilen.

Im zweiten Teil geht es auf Anregung von Raoul René Melcer um all die Polizei-News-Portale, die rund um die Uhr Nachrichten über Unfälle und Verbrechen posten: Wer steckt dahinter und ist das überhaupt legal? Soll man diese Portale besuchen oder meiden? Und bringt es etwas, solche Informationen zu teilen? Wir exerzieren ein paar Regeln anhand von konkreten Beispielen durch und überlegen uns, wie man sich überlegt, ob man eine Meldung nun teilen soll oder lieber nicht.

Keine Angst, Hausaufgaben gibt es keine – aber es ist nicht verboten, anhand der Sendung sich selbst ein paar Übungen aufzugeben, um den gesunden Menschenverstand auch auf den sozialen Medien walten zu lassen. Weiterlesen →


Nerdfunk 467: Eine Stufe vom Cyborg entfernt

Erst war der Bildschirm eine Armlänge von uns entfernt, dann sass der Laptop brav auf unserem Schoss – und heute schnallen wir uns die Technik ums Handgelenk oder, im Fall von Cyberbrillen, auch direkt vor den Kopf. Der Trend ist klar: Wir sind noch eine Entwicklungsstufe vom Cyborg entfernt. Der nächste Schritt wird dazu führen, dass wir uns USB-Ports, oder wahrscheinlich doch gleich WLAN- und Bluetooth-Chips, implantieren lassen. Die direkte Verbindung zum Internet ist nicht mehr weit – und dann werden wir jeden Abend inbrünstig dafür beten, dass die Firewall auch funktioniert.

Doch bis dahin dauert es noch ein bisschen – und wir nehmen die Gelegenheit wahr, über den Stand der Dinge bei den Wearables zu diskutieren. Diese Gerätekategorie hat vor ungefähr fünf Jahren für hochfliegende Erwartungen gesorgt: Nach dem Smartphone sollten die klugen Uhren, Schuhe und Brillen für weitere Milliardenumsätze sorgen. Und auch wenn sich Fitnesstracker inzwischen etabliert haben und Apples Computeruhr für mehr Umsatz sorgt als die ganze Schweizer Uhrenbranche, so wurden die Erwartungen insgesamt enttäuscht: Die tragbaren Gadgets sind weniger nützlich als gedacht – sie revolutionieren das Leben nicht, sondern sind oft aufdringlich, wartungsintensiv und fehleranfällig.

Sind die Wearables gescheitert und bereit, auf den Elektroschrotthaufen der Geschichte geworfen zu werden? Oder haben sich sinnvolle Einsatzgebiete ergeben, zum im Fitness- und Sportbereich? Wir geben unsere persönlichen Erfahrungen preis und diskutieren mit Gadget-Freak Joel Simmler, was funktioniert und was nicht. Und natürlich werfen wir auch einen Blick in die Zukunft.

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Nerdfunk 466: Es gibt keine blöden Fragen

… sondern auch saublöde. Und das ist nun keine unflätige Hörerinnenbeschimpfung unsererseits, sondern die Vermutung eines Hörers, der bei der heutigen Ausgabe von Kummerbox Live eine Frage hat. Alex stellt nämlich die Möglichkeit in den Raum, dass er der DAU – also der dümmste anzunehmende User – sein könnte, der das Fehlverhalten seines völlig unschuldigen Computers verschuldet.

Doch bei Licht betrachtet ist die Frage nicht vielleicht ein bisschen unbedarft, aber ganz sicher nicht blöd. Und selbst wenn sie es wäre, würden Kevin und Matthias sie mit der gewohnten professionellen Haltung angehen, die für Dienstleister eigentlich selbstveständlich sein sollte. Denn selbst saublöde Fragen sollten ernsthaft behandelt werden – zumal nicht ausgeschlossen ist, dass sie fürs Publikum lehrreich und allenfalls sogar unterhaltsam sind.

In Kummerbox Live geht es heute um eine Google-Software namens BackUp & Sync und um mögliche unerwünschte Nebenwirkungen. Wir besprechen ein seltsames Photoshop-Phänomen, die Ursachen für einen Amoklauf von WhatsApp und schliesslich zwei Fragen, die sich um Püffer in der Apple Mail-App drehen. Weiterlesen →


Nerdfunk 465: Heisst Johnny Cash bald Johnny Twint?

Das Geld wird digital – wenn man der «Aargauer Zeitung» glauben darf, hat sich bei der Schweizer Jugend sogar das Wort «twinten» für das Zahlen mit der gleichnamigen Smartphone-App etabliert.

Das ist für uns Anlass genug, der Sache mit dem Zahlen per Smartphone auf den Grund zu gehen: Welche Möglichkeiten gibt es? Wie funktioniert es? Was sind die Vor- und Nachteile? Warum sollte man per App zahlen wollen – und was spricht auch weiterhin für das gute alte Bargeld?

Im Studio ist Digichris, der sich in anderen Bereichen als vehementer Vertreter digitaler gegenüber analoger Lösungen positioniert. Lassen wir uns überraschen, ob das auch beim Geld der Fall ist – oder ob er in dem Fall eher Cashchris genannt werden müsste.

Schliesslich fragen wir uns, ob das Bargeld bald ausgedient hat. Denn wie man weiss, sind Länder, wo das Bargeld noch weit verbreitet ist, auch immer Paradiese für Geldwäscher. Allein deswegen müsste man es doch abschaffen – oder gibt es Gründe, die uns dazu bringen sollten, an Münzen und Scheinen festzuhalten? Weiterlesen →


Nerdfunk 464: Kartoffeln, Quitten, alte Äpfel und gummige Rüebli

Wir öffnen ein Fass, das vom letzten Jahr übrig geblieben ist. Kevin hat in unserem digitale Realitätsableich von 2018 die Autarkie zu seinem Aufsteiger erhoben. Das ist das Bestreben, einen möglichst grossen Bedarf des täglichen Lebens selbst zu decken und beim Wasser, Strom, Wärme und Kanalisation nicht von fremden Versorgern bzw. Entsorgern abhängig zu sein.

Kevin erklärt uns, wie er  dank des rasanten technischen Fortschritts heute in seinem Tiny House selbstbestimmter lebt, als es noch bis vor Jahren möglich gewesen wäre: Wo kann er sich selbstversorgen? Und wo ist die Autarkie nach wie vor schwer oder gar nicht realisierbar? (Spoiler: Der Titel der Sendung verrät, dass selbst ein passionierter Urban Gardener bei der Ernährung noch längst nicht die Subsistenzwirtschaft ausrufen wird.)

Autarkie? Das klingt für einen Mietwohnungsbewohner wie Matthias ein bisschen nach den durchgeknallten Amerikanern, die sich als so genannte Prepper (gerne auch fürs Fernsehen) auf den Weltuntergang, den Zusammenbruch der Zivilisation und des Wirtschaftssystems vorbereiten. Manche Leute, wie seinerzeit Jan Böhmermann, könnten es für den Spleen verwöhnter Individualisten halten, die sich darin gefallen, ihre Liebe zur Umwelt in den sozialen Medien zu zelebrieren. Aber wer Kevin kennt, der weiss, dass er es nicht dogmatisch, sondern pragmatisch angeht – und nicht die Ideologie, sondern das Lernen im Vordergrund steht.

Darum ist das vielleicht ein bloss ein temporäres Experiment, das ein paar Erkenntnisse bringt oder auch nicht. Oder vielleicht auch der Anfang einer Bewegung, die uns hilft, bewusster zu konsumieren und zu verbrauchen und die Ressourcenverschwendung zu reduzieren. Wir diskutieren vorurteilslos und kommen zum Schluss, dass es zur Rettung der Menschheit wahrscheinlich noch etwas mehr braucht…

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