Nerdfunk 497: Feldforschung mit dem Raspberry Pi

Eine Warnung vorneweg: Heute ist eine familiäre Sendung zu erwarten. Kevin bringt nämlich seine Frau mit ins Studio: Aud Halbritter hat in Zürich Umweltwissenschaften studiert. Sie arbeitet heute an der Universität Bergen und erforscht das Wachstumsverhalten von Pflanzen.

Während biologische Fragen nicht unbedingt in den Einzugsbereich des Nerdfunks gehören, ist ihr Arbeitsinstrument umso interessanter für uns: Aud setzt nämlich einen Raspberry Pi ein, um die Pflanzen zu messen und zu scannen. Und wo wir in Nerdfunk 492 jede Menge Anwendungsmöglichkeiten für den kleinen Computer ausgelotet haben, sind wir auf solche Ideen nicht gekommen: Der Raspi im Dienst der Forschung. Warum eignet sich der Minicomputer dafür? Und wäre ein Smartphone oder eventuell ein Tablet nicht handlicher?

Und natürlich kann man dieser Tage keine Sendung zu Pflanzen und solchen Studien machen, ohne die Frage nach dem Klimawandel aufzuwerfen. Gibt es Erkenntnisse, wie sich die Pflanzenwelt verändert – und was wir tun können, damit wir nicht demnächst Kokospalmen vor dem Fenster haben? Weiterlesen →


Nerdfunk 496: Von Cookies gepeinigt

Es ist nicht mehr wie früher. Früher waren Cookies (neudeutsch für Kekse) eine erfreuliche Angelegenheit. Man hat sie aus der «verbotenen Schublade» stibitzt oder vielleicht auch selbst gebacken. Und dann hat man sie sich zu Gemüte geführt – und es hing einzig vom Grad der Selbstdisziplin ab, wie schlecht es einem hinterher war.

Heute sind Cookies diese Dinger im Internet, die monsterhafte Züge angenommen haben. Sie werden einem auf jeder Website angedreht, dass man sich kaum dagegen wehren kann. Es droht akute Überfressung ohne jegliches Genussmoment. (In einem krassen Fall haben wir eine Website gefunden, die uns Surfern bei einem einzigen Besuch Hunderte davon anhängen wollte.)

Was tun, wenn man eine Cookie-Allergie entwickelt hat? Das besprechen wir in dieser Folge von Kummerbox Live. Ferner geht es darum, wie man die Daten von einem alten auf einen neuen Computer transferiert und wie sich bei dubiosen SMS-Nachrichten verhält. Und was ist zu tun, wenn Word eine Datei nicht mehr öffnet, weil die zu gross ist?

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Nerdfunk 495: Medienwandel im Äther

Digichris hat an vorderster Front gekämpft und – gewonnen. Er hat sein ganzes Renommee als Blogger in die Waagschale geworfen, um dem digitalen Fernsehen in der Schweiz zum Durchbruch zu verhelfen. Und mit etwas Unterstützung durch Dritte wie zum Beispiel den freundlichen Kabelnetzbetreiber UPC hat das geklappt: Hierzulande hat sich der digitale Übertragungsweg etabliert, die analoge Verbreitung ist (fast) Geschichte. Und das, obwohl die SVP seinerzeit geunkt hatte, der Wandel gehe viel zu schnell und die älteren Zuschauer kämen nicht mehr hinterher.

Da ist es Zeit für grosses Schulterklopfen – und für die Frage, ob sich durch die technischen Veränderungen auch inhaltlich etwas geändert hat. Beeinflusst das grössere Angebot an Sendern unsere Sehgewohnheiten? Hat das volldigitale Zappen die Medienlandschaft bereichert?

Doch der Blick zurück macht in unserer Sendung erst den Anfang. Wir wollen den Medienwandel bei Radio und Fernsehen umfassend ausloten. In der Schweiz steht ein grosses Fernsehprojekte in den Startlöchern. Ringier rührt bei «Blick TV» mit der grossen Kelle an. Und dieses Programm ist nicht auf die Übertragung per Kabel und Antenne ausgerichtet, sondern ganz auf das Internet. Ist das der Anfang vom Ende des linearen Fernsehens?

Auch beim Radio blicken wir bange in die Zukunft: Die analoge Verbreitung per UKW soll schon Mitte 2022 Geschichte sein – und das, obwohl Leute wie Medienpionier Roger Schawinski die digitale Alternative via DAB+ als grosse Pleite bezeichnen. Ist das Radio als Massenmedium bald überflüssig, weil das Publikum in Zukunft über 5G empfängt und dort keinen Einheitsbrei, sondern ein massgeschneidertes Individualprogramm erwartet?

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Nerdfunk 494: Missverständnisse zwischen Mensch und Maschine

Sind Computer seelenlose Maschinen, die nur ihr Programm abspulen? Sind sie ein blosses Werkzeug oder unsere Sklaven? Oder vielleicht sogar eine Art Familienmitglied?

Diese Fragen sind ganz unvermittelt aufgetaucht, als wir uns auf die heutige Sendung vorbereitet haben. Eigentlich sollte es um die grössten Computer-Irrtümer gehen: Um die vielen kleinen und grossen Missverständnisse, die in unserem digitalen Alltag weit verbreitet sind. Wie zum Beispiel: Apps schliessen spart Akku. Je mehr Sicherheitsprogramme auf dem Computer, desto grösser der Schutz für Daten und Privatsphäre. Und: Viren machen den PC schlapp.

Doch hinter diesen lustigen Beispielen lauert ein philosophischer Abgrund. Nämlich die Frage, ob wir diese Geräte so sehen, wie wir sie sehen müssten – oder ob wir eine verzerrte Wahrnehmung haben. Denn offensichtlich neigen wir dazu, die Computer zu vermenschlichen: Wir wollen sie vor Viren schützen. Wir schliessen Apps, um ihre Batterie und die Ressourcen zu schonen. Und schon die Bezeichnung Smartphone impliziert, dass wir es mit einem klugen Gegenüber zu tun haben.

Darüber gilt es zu diskutieren. Sollten wir damit aufhören – und uns eine nüchterne Betrachtungsweise aneignen? Oder können wir gar nicht anders, weil die Hersteller (zum Beispiel mit dem Sprach-Assistenten) uns mit Gewalt zum Anthropomorphismus drängen? Weiterlesen →


Nerdfunk 493: Wir bringen Licht ins Darknet

Das Darknet: Das sind jene Orte im Internet, an denen die Sonne nie scheint, Kriminelle Drogen, Waffen und Kinderpornografie handeln, Terroristen sich Anleitungen zum Bombenbasteln besorgen und unglücklich Verheiratete einen Auftragskiller anheuern. Wann tut die Politik endlich etwas dagegen – und schaltet dieses Darknet ab?

So würden wir diese Sendung antexten, wenn wir Einschaltquote bolzen und es uns einfach machen würden: Das Darknet ist der Hort der Cyberkriminalität, wäre unsere These. Doch so einfach ist es nicht.

Denn das Darknet hilft auch Dissidenten, ihre Kritik an repressiven Staaten anonym und sicher zu äussern. Es schützt die Privatsphäre und setzt ein Zeichen gegen die Massenüberwachung. Es ist ein wirkungsvolles Instrument gegen staatliche Zensur. Und es hilft Whistleblowern.

Also: Wie wägt man das gegeneinander ab? Und vor allem: Was ist dieses Darknet überhaupt? Wir werden nicht um ein bisschen Internettheorie herumkommen, um das zu erklären. Aber wir versprechen: Wir machen es so, dass diese Sendung nicht zu eurem dunkelsten Radio-Erlebnis werden wird. Weiterlesen →


Nerdfunk 492: Ein Fruchtkuchen für uns Nerds

Im Zentrum der heutigen Sendung steht ein Ding namens Raspberry Pi, das aber – allen Hoffnungen zum Trotz – leider kein leckeres Backwerk, sondern eine nackte Computerplatine ist. Bei der allerdings manchen Nerds trotzdem das Wasser im Mund zusammenläuft.

Der Raspberry Pi ist jedoch nicht zu Verzehr geeignet. Und es droht auch keine Gefahr, seine Körperfülle auszuweiten. Hingegen passiert es womöglich, dass man unendlich viel Zeit mit Basteleien verbringt, Stunden verbrät, zum Linuxexperten avanciert und allerhand kreative Computer-Ideen entwickelt.

Es handelt sich beim Raspberry Pi um einen Mini-Computer, der günstig und für allerlei Experimente zu haben ist. Man kann ihn als kleinen Server zu Hause, als Spielkonsole, zum Schutz des Heimnetzwerks, als Mediencenter oder fürs Programmieren verwenden:. Oder, um über den Windows- oder Mac-Tellerrand hinauszublicken und sich mit einem Linux-System herumzuschloagen.

Wir erzählen in der Sendung, was wir mit dem Raspberry Pi tun – respektive, tun würden, wenn wir die Zeit dafür hätten. Und wir stellen uns die Frage, wie weit der Raspberry Pi dazu taugt, unsere Abhängigkeit von den grossen Internetkonzernen zu verringern.

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Nerdfunk 491: So paranoid wie Kurt Cobain

Nur weil du paranoid bist, heisst das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind. Diese geistreiche Erkenntnis stammt von Kurt Cobain. Er hat sie auf die reale Welt gemünzt. Doch wenn man sich die Zustände im digitalen Raum so ansieht, kann man fast gar nicht anders, als einen Verfolgungswahn zu entwickeln.

Denn da sind die Warnmail zu Anmeldeversuchen im Netz. Da werden scheinbar aus heiterem Himmel das Postfinance-Konto gesperrt. Und überhaupt: Sind unsere Daten nun in den USA doch sicherer als in Russland, wo zum Beispiel diese Telegram-App herkommt? Oder werden wir überall überwacht?

Die heutige Folge von Kummerbox Live wirkt hoffentlich wenigstens ansatzweise antipsychotisch: Wir relativieren die Gefahren und geben Tipps zu mehr Schutz und zu zusätzlichem Seelenheil – auch wenn wir, wie immer in solchen Fällen, um den Standard-Disclaimer («Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht») nicht herumkommen.

Wir besprechen den Fall des Hörers M.C., der in seiner Telegram-App ständig Warnungen zu Anmeldeversuchen erhält. Wir finden heraus, warum Karin nach ihrer WLAN-Modem-Installation kein Online-Banking mehr betreiben kann. Wir gehen aber auch harmloseren Dingen nach: Wie dem Anliegen von Andrea, die eine Eltern-Befragung durchführen will.

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Nerdfunk 490: Ja, spinnen jetzt alle?

Unsere Sommerpause hätte ruhig und entspannt verlaufen können – hätten nicht die grossen Tech-Konzerne mit vereinten Kräften für einen beachtlichen Skandal gesorgt.

Es geht, natürlich, einmal mehr um den Datenschutz. Es ist herausgekommen, dass die Betreiber von so genannten digitalen Assistenten grössere Teams unterhalten, die die privaten Aufnahmen abhören und transkribieren. Damit verfolgen die Betreiber von Siri, Alexa und Google Assistant ein eigentlich legitimes Ziel: Sie wollen die Erkennungsrate und die Nützlichkeit ihres digitalen Hilfspersonals verbessern.

Dumm nur: So gelangen auch höchst private Informationen in fremde Hände. Das hat damit zu tun, dass die Assistenten oft unabsichtlich ausgelöst werden und dann persönliche Gespräche oder auch Liebesgeplänkel aufzeichnen und übermitteln. Und obwohl die Auswertung eigentlich anonym erfolgen sollte, enthalten die Aufzeichnungen oft genügend persönliche Informationen, dass Nutzer identifizierbar sind.

Die Öffentlichkeit hat von diesen Praktiken erfahren, weil Whistleblower geplaudert haben. Die Hersteller selbst hielten es nicht für nötig zu informieren oder um Zustimmung zu bitten: Weder Amazon noch Google hat die externen Analysen transparent gemacht – nicht einmal Apple, obwohl dieser Konzern offensiv mit dem Datenschutz wirbt.

Sind das nur Lippenbekenntnisse und wird der Datenschutz im Zweifelsfall immer hinten angestellt? Darauf deutet übrigens auch die desolate Situation bei den smarten Fernsehern hin, wo die Privatsphäre der Nutzer überhaupt keine Rolle mehr zu spielen scheint. Wir diskutieren und geben praktische Tipps, wie man seine Daten selber schützt.

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Nerdfunk 489: Ein Geek sendet auf allen Kanälen

Man lehnt sich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn man Martin «pokipsie» Rechsteiner als Nerd bezeichnet. Er ist verrückt nach Gadgets, interessiert sich wie jeder richtige Nerd für Apps und Spiele und er bloggt. Aber nicht nur in einem Blog wie wir normale Nerds, sondern in fast einem Dutzend. Da geht es dann auch um E-Bikes, Zöliakie, Casinos, Solothurn, Reisen mit Familie und um Bauernregeln.

Digichris und Martin «pokipsie» Rechsteiner im Studio 1 bei Radio Stadtfilter.

Und als ob das nicht genug wäre, hat Martin einen Podcast am Start. Dieser Podcast ist ein weiteres klares Zeichen für das Nerdtum unseres heutigen Gastes: Er heisst «Geektalk» und ist damit zumindest namentlich der böse Zwilling des Nerdfunks. Im Unterschied zu uns sendet der inzwischen sogar täglich(!).

Es steht ausser Frage: Dieser Mann hat ein Mitteilungsbedürfnis, das niur das Internet befriedigen kann – heute mit etwas Schützenhilfe von UKW und DAB. Und wir freuen uns, dass Martin uns hilft, eine alte Tradition weiterzuführen: Nämlich in der letzten Sendung vor der Sommerpause einen Blogger kennenzulernen und übers Bloggen an sich zu sprechen – und natürlich über jene Themen, die unseren Gast bebloggt und bepodcastet.

Eine Sendung, in der für einmal nicht nur die Nerds, sondern auch die Geeks auf ihre Rechnung kommen – und mutmasslich sogar die normalen Zuhöerer. Wir versuchen auf alle Fälle dafür zu sorgen, dass bei all den Themen von Apple bis Smarthome, vom Bloggen und Podcasten, den Gadgets, Filmen, Apps und Games der Rahmen nicht völlig gesprengt wird. Wobei zu beachten wäre: Der Mann hat nebst alledem tatsächlich auch noch ein Privatleben… Weiterlesen →


Nerdfunk 488: Mit List und Listen gegen das Lebenschaos

Heute ist Kevins Lieblingsthema dran – und das eine Werkzeug, das Kevins Leben zusammenhält und dafür sorgt, dass sein beruflicher Alltag funktioniert und er immer genügend Milch und Käse im Kühlschrank hat. Und obwohl es eine so zentrale Funktion hat, ist es ein im Grunde erstaunlich banales Instrument. Es geht nämlich um die To-do-Liste in Form einer App.

Die digitale Pendenzenliste ist nun nicht wirklich ein Ausbund an Hochtechnologie. Sie ist in der einfachsten Form nicht viel mehr als ein elektronischer Notizzettel, auf dem man Dinge einträgt und wieder abhakt. Aber sie führt eindrücklich vor Augen, wie wichtig ein einleuchtendes Bedienkonzept und ein Augenmerk auf Benutzerfreundlichkeit ist. Und es zeigt auch, dass jedermann nach seiner Fa­çon glücklich werden muss – sprich: Es gibt keine Patentlösung, die für alle passt, sondern viele unterschiedlich komplizierte Lösungen, die in der maximalen Ausbaustufe an Projektmanagement-Programme heranreichen.

Wir diskutieren unsere Vorlieben, stellen diverse Ansätze vor: Die digitale Abhakliste, das Kanban-Brett, die Pomodoro-Methode und Projektmanagement-Tools – und wir plädieren dafür, dass man diese Werkzeuge auch durchaus «gegen den Strich» bürsten kann, wenn es einem nützt: Hauptsache, man kommt früher (oder zumindest rechtzeitig) in den Feierabend…

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