Nerdfunk 478: Pixel mit Biss

Illustrationen sind Bilder, die komplexe Sachverhalte einfach erklären oder uns Medienkonsumenten auf ein Thema einstimmen. Sie sind irgendwo zwischen gestalterischem Handwerk und bildender Kunst angesiedelt.

Und sie sind von der Digitalisierung nicht verschont geblieben. Heute lassen sich im Computer Szenen erschaffen, die so echt aussehen wie eine Fotografie oder ein Video, aber teilweise oder auch komplett künstlich sein können. Diese «erfundenen» Bilder erwarten wir im Kino und im Film. Aber sie tauchen längst auch im Alltag auf: Werbespots von Autos entstehen heute oft ganz ohne das Auto selbst. Und ein grosses schwedisches Möbelhaus bildet viele Möbel in seinem Katalog nicht fotografisch, sondern als Computergrafiken ab.

Über diese spannenden Möglichkeiten der Computergrafik gibt Linus Schneider von Pixelprinz Auskunft: Er erklärt die Möglichkeiten und sein eigenes Schaffen: Was für Projekte illustriert er – und welche Vorteile bieten 3D-Programme gegenüber von Stift und Papier?

Und wie immer bei der Digitalisierung ist es so, dass die Hürden für Neueinsteiger sinken. Wir geben darum auch Tipps für Leute, die eigene Ideen zum Leben erwecken möchten.
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Nerdfunk 476: 5G – tut das weh?

Mit 5G hat die Tech-Sphäre der Welt ein neues Hype-Thema beschert. Und einen echten Zankapfel:

Die einen freuen sich auf eine riesige Geschwindigkeitssteigerung im mobilen Internet und ganz neue Anwendungen: Wenn man den Enthusiasten glauben darf, ist 5G nicht nur der Wegbereiter von selbstlenkenden Autos, sondern auch vom Internet der Dinge und der Industrie 4.0. Der US-Präsident ist ein so grosser Fan der neuen Technologie, dass er bereits das 6G-Zeitalter ausgerufen hat.

Die anderen sehen in 5G eine neue Gefahr für Leib und Leben: Gefährliche Mikrowellen, die «Strahlentsunamis» auslösen, Vögel vom Himmel stürzen lassen, die Krebsraten nach oben treiben und obendrein «Antennenwälder» notwendig machen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.

Und da gibt es die dritten: Die Leute, die dem Mobilfunk nüchtern gegenüberstehen und sich fragen, ob die ganze Aufregung eigentlich gerechtfertigt ist – denn schliesslich haben wir schon heute hervorragende Datennetze, die kaum Wünsche offen lassen. Wieso braucht es da überhaupt einen neuen Standard?

Diese Fragen diskutieren wir gewohnt nüchtern und sachlich: Was bringt 5G, was nicht? Und hat Trump recht, dass wir doch besser gleich auf 6G warten sollten? Weiterlesen →


Nerdfunk 475: Der papier-, aber nicht farblose Maler

Wir sind seit jeher Verfechter des papierlosen Büros: Wir sparen uns gern den Aufwand, ständig Verbrauchsmaterial bestellen, uns mit Papierstaus und Tonerstaub herumärgern und mit Bundesordnern jonglieren zu müssen. Und sind die Vorteile der digitalen Ablage nicht offensichtlich?

Dennoch scheint diese Vision unerreichbar. Der Papierverbrauch pro Kopf geht zwar zurück, aber nur marginal: In der Schweiz von 194 Kilo 2010 auf 139 Kilo im Jahr 2017 (Quelle). Und vielerorts wird auch heute noch jedes Mail ausgedruckt und dem Chef aufs Pult gelegt. Manche wären schon mit dem papier-armen Büro vollauf zufrieden.

Heute sprechen wir mit Christian Aeschbach: Er praktiziert mit seinem Malergeschäft die digitalen Abläufe. Wir fragen nach: Mit welchen Mitteln organisiert er sich? Wie einfach oder schwer ist eine voll-digitale Operationsweise für ein KMU und wo lauern die Fallstricke? Weiterlesen →


Nerdfunk 474: Die Welt ist schlecht (und die Software auch)

Heute bekommen wir es in Kummerbox Live mit dem geballten Elend aus der digitalen Welt zu tun. Das erstreckt sich vor allem auf zwei Bereiche. Zum einen auf die gruselige Sphäre der Schadsoftware – und der Leute, die mit der Angst vor Schadsoftware ein Geschäft betreiben. Und zum anderen auf das E-Mail: Es ist für viele trotz Whatsapp und Facebook Messenger die Internetkommunikations-Methode Nummer eins – und ihrerseits rechlich problembehaftet. Ob es die Archivierung, die Ablage oder den Versand betrifft, Ärger lauert überall.

Apropos Elend der Welt: Wir kommen nicht darum herum, die Aktualität des Tages zu besprechen. Das EU-Parlament hat sich dafür entschieden, die Urheberrechtsreform durchzuwinken und der Europäischen Union das Leistungsschutzrecht und die Uploadfilter zu bescheren. Wir stehen auf der Seite der liberalen Netzgesellschaft, die keine «Linksteuer» und keine automatisierte Triage von unseren Beiträgen bei den grossen Plattformen wollen. Wir glauben nicht daran, dass sich auf diese Weise Urheberrechtverletzungen wirkungsvoll bekämpfen lassen und sehen grosse Gefahren für die digitale Kultur, die Rede- und Ausdrucksfreiheit online.

Darum ist in der Preshow Wunden-Lecken angesagt – und die Diskussion der Frage, wie sich dieser Entscheid auf die Schweiz auswirken wird. Digichris berichtet kurz, wie es ihm an der Demo auf dem Helvetiaplatz in Zürich ergangen ist, wo gegen die (unserer Meinung nach unfaire) Reform des Schweizer Urheberrechts protestiert worden ist. Und in other news erklärt Kevin kurz, warum er denn seinen Wohnwagen umplatziert hat.

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Nerdfunk 473: I love you, you pay my rent

Früher kam Software auf Diskette und CD-ROM und war mit einem Preisschild versehen. Heute gibt es sie zum Download und in Stores – und immer häufiger nicht zum Kauf, sondern auf Miete. Das ist für die Unternehmen ein interessantes Geschäftsmodell, weil die Mieterlöse fliessen, so lange der Nutzer die Software nutzt.

Da stellen sich viele Fragen: Ist das Modell auch interessant für die Nutzer – oder zahlen die auf die Dauer einfach mehr? Soll man sich verweigern oder auf die Softwareabos einlassen, selbst wenn es mehr Aufwand macht, den Überblick über die Kosten zu bewahren? Und wie gross ist die Gefahr, dass man seine eigenen Dokumente nicht mehr nutzen kann, weil man das Abo unabsichtlich hat auslaufen lassen oder ein technisches Problem auftritt?

Wir diskutieren das durchaus kontrovers: Denn während Digichris Mietsoftware gerne nutzt, hat Matthias Vorbehalte – die wegen schlechter Erfahrungen in der letzten Zeit deutlich gewachsen sind. Und wir gehen auch auf die generellen Trends beim Softwareverkauf ein: Dem Preiszerfall, den Apple mit seinem App-Store herbeigeführt hat, sowie den Trend, Einnahmen nicht über die App selbst, sondern über In-App-Verkäufe zu generieren.

Der Titel ist natürlich eine Anspielung an die Pet Shop Boys.

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Nerdfunk 472: Die digitale Dekade

Radio Stadtfilter hat in etwas selbstverliebter Weise seinen zehnten Geburtstag mit einer rauschenden Party im Gaswerk gefeiert. Da unsere Sendung und der dazugehörige Podcast fast genauso sehr in die Jahre gekommen sind, stehen wir nicht abseits. Wir begehen dieses Jubiläum ebenfalls, und zwar fast in Vollbesetzung.

Wir entscheiden während der Sendung spontan, ob wir das selbstverliebt, selbstkritisch, analytisch oder lobhudelnd tun. Denn die Frage stellt sich ja tatsächlich: Haben wir einen guten Job gemacht? Schaffen wir es, die Welt zu erklären oder sind wir zu sehr Nerds, Fanboys oder deformierte Professionnels, um über den Tellerrand hinauszublicken? Sollten wir politischer oder service-hafter, kritischer oder versöhnlicher werden?

Und damit diese Show nicht gänzlich zur Nabelschau gerät, betrachten wir nicht nur uns, sondern auch unser Thema. In den letzten zehn Jahren hat sich in der digitalen Sphäre viel getan: Ob es um den Aufstieg des mobilen Internets und den Abstieg des PCs geht, der Vormarsch von Social Media und Streaming, der Siegeszug der Influencer und der künstlichen Intelligenz, die Freuden von 5G und die Unbill des Medienwandels – die Veränderungen waren rasant. Und jetzt müssen wir nur noch herausfinden, ob im Schnitt das meiste schlechter oder manches doch besser geworden ist.

Wer die Sendung live gehört hat, hätte mitdiskutieren können – via Twitter und (@nerdfunker) oder über die Nummer ins Studio (052 203 31 00). Übrigens: Diese Kanäle stehen während unseren Live-Sendungen immer offen, wobei es von der Situation abhängt, ob wir uns unterbrechen lassen oder nicht.

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Nerdfunk 471: Digital zum neuen Job

Alles verändert sich – sogar die Art und Weise, wie wir neue Jobs suchen und finden. Früher haben wir im Stellenanzeiger geblättert und uns auf interessante Anzeigen hin beworben. Heute gibt es eine Reihe von Plattformen, bei denen man als Arbeitnehmer entweder nach Stellen sucht oder sein Profil hinterlegt.

Smartstaff.ch ist eine Plattform, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenbringt: Beide hinterlassen ihre Profile und die werden dann, fast wie beim Heiratsvermittler, abgeglichen. Die Plattform erzeugt auch die Dokumente, um die beiden Parteien vor allem für temporäre Einsätze, gelegentlich aber auch für Festanstellungen zusammenzubringen.

Wir sprechen mit Jürg Karlen, dem Gründer von Smartstaff: Wie hat sich das Geschäft in den letzten Jahren verändert? Was zeichnet die digitale Jobvermittlung aus und wie unterscheidet sich seine Plattform von grossen Konkurrenten wie jobs.ch? Finden wir die gleichen Jobs wie früher, nur schneller, einfacher und mit weniger Bürokratie? Und stimmt es, dass die temporären flexiblen Anstellungsverhältnisse auch hierzulande auf dem Vormarsch sind?

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Nerdfunk 470: Warum hört Tim Cook nicht auf Antoine-Pierre?

Windows 7 ist tot, zuckt aber noch ein bisschen… Im Digital 32 vom 13. Oktober 2009 haben wir uns auf die Ankunft von Windows 7 vorbereitet. Und jetzt, kaum zehn Jahre später, ist es Zeit, dieses Betriebssystem zu beerdigen. Und es scheint, als ob einiges an Trennungsschmerz zu bewältigen sei. Der scheint nicht ganz so gross zu sein wie bei Windows XP. Aber dennoch fällt das Loslassen schwer.

Wir leisten Trauerarbeit und erklären, warum Windows 10 gar nicht so schlimm ist. Und wir kümmern uns auch noch um ein, zwei andere Themen: Warum sortieren Suchmaschinen die Resultate nicht chronologisch? Und warum zum Henker hört Tim Cook nicht auf Antoine-Pierre? Weiterlesen →


Nerdfunk 469: Viva la revolución digital?

Die Industrialisierung hat unsere heutige Welt geprägt. Und schon stecken wir mitten in der nächsten Umwälzung. Die heisst Digitalisierung. Oder, präziser: Digitale Revolution. Wohin die führt, werden wir erst sehen, wenn sie überstanden ist. Vielleicht bringt sie ein neues Präkariat hervor, macht Millionen arbeitslos. Oder eventuell ist auch alles halb so schlimm – denn der Mensch ist schliesslich eine anpassungsfähige Spezies.

Wir beschäftigen uns im Nerdfunk mit den heute schon sichtbaren Auswirkungen dieser digitalen Revolution. Während um uns die künstliche Intelligenz erwacht und immer mehr Aufgaben übernimmt, wird das menschliche Personal aus der Öffentlichkeit verdrängt. Wir ziehen unser Geld aus dem Automaten, kaufen unser Ticket in der App, kassieren uns im Laden selbst ab. Und immer häufiger bekommen wir es mit Robotern zu tun: An den Telefon-Hotlines, aber auch schon in automatisierten Restaurants. Und es gibt auch schon Bordelle, wo Sex-Roboter den Liebesdienst verrichten.

Dem sehen wir Nerds mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits sind wir gespannt auf den technischen Fortschritt. Andererseits möchten wir uns von den Maschinen nicht auf der Nase herumtrampeln lassen. Darum sprechen wir kritisch über dieses Phänomen – und sagen, was wir tun, damit es nicht ganz so haarig wird. Weiterlesen →


Nerdfunk 468: Medienkompetenz, zweite Lektion

Der Nerdfunk setzt (nach Nerdfunk 451) seine kleine Unterrichtsreihe zur Medienkompetenz fort: Wir haben uns das Ziel gesetzt, gemeinsam unsere Fähigkeit zu schulen, im Netz vertrauenswürdige Informationen von Unsinn zu unterscheiden. Dazu schärfen wir alle unsere Sinne, damit wir erkennen, wann uns jemand nicht die ganze Wahrheit verrät oder uns aufgebauchte Nichtigkeiten verkaufen möchte. Wir bauen Verteidigungsmechanismen gegen all die Manipulationsversuche auf, bei der wir zu willigem Klick-Vieh oder zu Sharing-Deppen degradiert werden sollen – also zu Leuten, die auf Facebook jeden Quatsch teilen.

Im zweiten Teil geht es auf Anregung von Raoul René Melcer um all die Polizei-News-Portale, die rund um die Uhr Nachrichten über Unfälle und Verbrechen posten: Wer steckt dahinter und ist das überhaupt legal? Soll man diese Portale besuchen oder meiden? Und bringt es etwas, solche Informationen zu teilen? Wir exerzieren ein paar Regeln anhand von konkreten Beispielen durch und überlegen uns, wie man sich überlegt, ob man eine Meldung nun teilen soll oder lieber nicht.

Keine Angst, Hausaufgaben gibt es keine – aber es ist nicht verboten, anhand der Sendung sich selbst ein paar Übungen aufzugeben, um den gesunden Menschenverstand auch auf den sozialen Medien walten zu lassen. Weiterlesen →