Nerdfunk 444: Das Mitmach-Internet

Früher waren die Rollen klar verteilt: Eine kleine Schar von mehr oder weniger kreativen Köpfen hat Fotos, Filme, Artikel, Bücher, Musik und Informationen aller Art zusammengetragen. Und wir, der grosse Rest, haben uns diese Werke dann zu Gemüte geführt (rezipiert, wie der Bildungsbürger zu sagen pflegt).

Das ist vorbei: Mit dem Internet kann jeder, der will, selbt kreativ tätig werden. Und das ist längst mehr als nur ein Hobby und privates Vergnügen. Bei vielen Plattformen im Netz gehört die Schaffenskraft der Nutzer zum Geschäftsplan: Schon 2011 wurde geschätzt, dass mit den Inhalten der Nutzer, dem so genannten User Generated Content, Milliarden umgesetzt werden. Allein Youtube und Facebook haben drei- bis vierstellige Millionenbeiträge umgesetzt.

Heute ist das Internet ohne die Beteiligung der Nutzer kaum mehr vorstellbar: Wikipedia ist zur unverzichtbaren Informationsquelle geworden, Youtube zur Unterhaltungsmaschine für die Massen. Die Nutzerkommentare auf den Newsplattformen geben oft mehr zu reden als die Artikel selbst. Und was würden wir tun ohne die Besprechungen der User bei Amazon, in den App Stores, bei Yelp und Tripadvisor?

Wir ergründen die Möglichkeiten des Mitmach-Internets, loben Wikipedia und nennen weniger bekannte Plattformen, wo jedermann sich austoben darf.Und natürlich tragen wir dem Umstand Rechnung, dass es auch jede Menge Kritik gibt: Der «Kult der Amateure», wie Internetskeptiker Andrew Keen dieses Phänomen nennt, hat vielen Profis die Berufsaussichten zerstört, die Verlässlichkeit von Informationsquellen untergraben und das Klima im Netz vergiftet. Doch diesen Einwänden zum Trotz überwiegt beim Mitmach-Internet der Spass und der Erkenntnisgewinn – finden wir.

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Nerdfunk 443: Spotify kills the radio star

Keine Geiss schleckt es weg: Das Streaming verändert alles: Wie wir Musik konsumieren, auf welche Weise die Künstler ihr Geld verdienen, und ob die Plattenbosse noch auf ihre Kosten kommen. Und auch das Radio bleibt nicht unberührt – denn es stellt sich die Frage, wieso es den Dudelfunk noch brauchen sollte, wenn alle via Spotify, Apple Music oder Tidal  jederzeit genau das hören können, was sie hören wollen.

Das diskutieren wir, und zwar in vier Bereichen: Wie hat das Streaming unsere persönlichen Gewohnheiten verändert? Hat es das Musikgeschäft nach Napster gerettet oder vollends zerstört? Welche Auswirkungen hat es auf die Art und Weise, wie Musik produziert wird? Und: Was sind die weiteren Auswirkungen zum Beispiel auf Medien, Hitparade und Gesellschaft.

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Nerdfunk 442: Entspannte Familienferien – die gibt es wirklich

Ellen Gromann reist und bloggt im Einklang. Und sie hilft uns, eine Tradition weiterzuführen und gleichzeitig mit einer alten Angewohnheit zu brechen: Die Tradition ist, dass wir in der letzten Folge vor der Sommerpause einen Vertreter der bloggenden Zunft in der Sendung haben. Seit BloggingTom 2014 diesen Brauch begründete, waren es immer Männer – und das muss nicht sein, da die Tech-Welt zwar schon ziemlich männerdominiert ist, Bloggerinnen nun aber nicht wirklich einen Seltenheitswert haben.

Darum freuen wir uns, dass heute die Frau hinter patotra.com bei uns zu Besuch ist: Ellen bloggt seit 2014 über Reisen, genauer übers Reisen mit Teenagern und Kindern. Sie ist auf allen Kontinenten unterwegs, kann aber auch den Zielen in der näheren und ganz nahen Umgebung etwas abgewinnen. Sie berichtet nicht nur von ihren Reisen, sondern gibt auch Empfehlungen zu kulinarischen Belangen, hält Ratgeber bereit (wie man Deos selbst macht oder Langstreckenflüge überlebt), hält Reise-Quizzes ab und ist mit Leidenschaft bei der Sache (schliesslich steht Patotra auch für Passion to Travel).

Wie immer in der letzten Sendung vor der Sommerpause geht es um eine Einstimmung auf die etwas entspanntere Zeit und um die Frage, wie Ellen zum Bloggen gekommen ist, welches ihre Ansprüche sind, wie sie es mit der Unterstützung durch die Reiseindustrie hält – und wie man es macht, dass das Reisen mit Kindern auch wie beabsichtigt entspannend ist und nicht zur Nervenprobe ausartet.

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Nerdfunk 440: Herdöpfelsalat, Wienerli und NBA Jam

Ein Versprechen vorab: Nein, der Nerdfunk wird nicht zum Game-Podcast. Dass es noch einmal ums Spielen geht, ist Zufall und hat mit den Unwägbarkeiten des Lebens und der Themenplanung zu tun. Und damit, dass Kevin ein neues Hobby hat.

Er hat sich einen Raspberry Pi beschafft und den zum Emulator für alte Videospiele aufgerüstet. Denn der günstige, kultige Mini-Computer ist äusserst vielseitig: Er kann dumme Fernseher smart machen, er  ist ein ideales Medien-Streaming-Hilfsmittel, er verwandelt alte Drucker in Netzwerkdrucker und hilft bei der Heimautomatisierung.

Und eben: Er lässt sich auch in eine Retro-Spielkonsole verwandeln, zum Beispiel eine Super Nintendo oder in eine N64 – oder aber in fast jeden Videogame-Oldie,angefangen beim Amiga, Atari und C64, Dreamcast, GameCube, Megadrive, bis hin zum Gameboy, Nintendo DS, den alten Sony Playstation oder der Wii.

Wir erklären, wie das geht, welche Hilfsmittel es für die Steuerung braucht, wie man an die Spiele gelangt und den Raspi an den Fernseher anschliesst. Und Kevin erklärt und, für welche alten Spiele sich der ganze Aufwand auch wirklich lohnt. Weiterlesen →


Nerdfunk 439: Als Nerd die Fussball-Orgie überleben

Ab Donnerstag kicken sie wieder – und die fussballunkundigen Nerds fühlen sich noch aussenseitiger als sonst. Denn wer nicht weiss, was eine Abseitsregel ist, warum es die zwei Tore braucht und wie man sich mit einem Wodkafrühstück rechtzeitig in Stimmung bringt, der hat es dieser Tage schwer. Immerhin: Nicht mehr so schwer wie früher. Seit es Streaming und Videospiele gibt, gibt es ein mediales Entkommen. Und vielleicht ist die WM für manche eine willkommene Gelegenheit, etwas besonders Nerdiges zu tun – Cosplay, Fantasy Football, Dungeons & Dragons oder Laser Tag, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Und es gibt sie ja auch, die Nerds der anderen Sorte – die mit einer Ader für Fussball. Maege gehört zu dieser Spezies, und er wird sich alle Mühe geben, Matthias wenigstens mit der wunderbaren Welt des simulierten, digitale Fussballs vertraut zu machen. Weiterlesen →


Nerdfunk 438: Bücherwürmer, eine aussterbende Spezies?

Zwischen 2012 und 2016 soll der deutschsprachige Buchmarkt über sechs Millionen Käufer verloren haben. Die Zahl der Leser nimmt ab, die der Nichtleser zu: Weniger als die Hälfte (42 Prozent der Deutschen) greift mindestens einmal die Woche zu einem Buch. Besonders gross ist der Rückgang bei den Jungen und halbwegs Jungen (in den beiden Gruppen der 14- bis 29-Jährigen und der 30-bis 59-Jährigen) und bei den Leuten mit geringer Schulbildung.

Die Gründe liegen auf der Hand: Es gibt einfach zu viel Konkurrenz durch Smartphone und die anderen (digitalen) Medien. Der Druck im Alltag nimmt zu, sodass es für viele offenbar immer schwieriger wird, die notwendige Zeit und ausreichend Konzentration aufzubringen. Wird das Buch in einer digitalen Welt zum Nischenprodukt?

Oder liegen die Rückgänge bei den Leserzahlen vielleicht auch daran, dass der deutsche Buchhandel den Medienwandel verschlafen hat? Das Hörbuch zum Beispiel ist ideal für multitaskende Nutzer, indem es auch die parallele Nutzung beim Sport, bei der Hausarbeit oder beim Pendeln zulässt. Doch das Hörbuch ist inzwischen fest in der Hand der Amazon-Tochter Audible – die hiesigen Anbieter haben den Wechsel von der CD zum Download offenbar komplett verschlafen.

Besteht noch Hoffnung? Oder sind Bücherwürmer eine aussterbende Spezies? Wir diskutieren das mit Gregory Zäch. Er ist Gründer und Inhaber des Zürcher Midas Verlag, der sich immer wieder mit der wechselhaften Gunst des Publikums herumschlagen musste. Der Midas-Verlag hatte ursprünglich eine breite Palette an Computerbüchern – ein Genre, das fast vollständig weggebrochen ist.

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Nerdfunk 437: Hier werden Ihre Daten geschützt

Heute steht Kummerbox Live an: Wir behandeln eure Computerprobleme, natürlich unter maximaler Wahrung von Datenschutz und Privatsphäre. Wir werden weder Angaben zu eurer Computerkonfiguration, noch eure Mailadresse zum Verkauf anbieten. Und Cookies bekommt ihr von uns auch nicht – obwohl wir tatsächlich auch schon über eine nerdische Backsendung nachgedacht haben.

Nein, im Ernst: Wir werden um ein paar Worte zur Datenschutz-Grundverordnung nicht herumkommen, schliesslich dominiert sie seit letztem Freitag die Schlagzeilen in der digitalen Welt. Ist das nun ein Papiertiger, ein Folterinstrument für unschuldige Webshopbetreiber und Anlass, unsere Inboxen mit ganz vielen Mails zu unzähligen Datenschutzbestimmungen zu füllen? Oder bringt es die Kehrtwende, was den sorgfältigen Umgang mit unseren persönlichen Daten angeht?

Abgesehen davon geht es um seltsame Anrufe angeblicher Microsoft-Mitarbeiter, die von Viren warnen. Wir fragen, wie man Tim Cook mitteilt, wie er seine Produkte besser machen kann. Und wir gehen Problemen mit Thunderbird nach.

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Nerdfunk 436: Wir werden Bitcoin-Millionäre

Normalerweise sind wir die Neutralität in Person und berichten objektiv, unbestechlich und mit professioneller Distanz. Das ist heute anders: Da werfen wir alle unsere schönen Prinzipien über Bord und werden zu Spekulanten: Das Ziel der heutigen Sendung ist es, mittels Kryptowährungen zu Millionären zu werden – mindestens. Auch einem Milliardärsstatus wären wir nicht abgeneigt. Und wenn wir im «Bilanz»-Ranking den Christoph hinter uns lassen, dann ist das auch ganz in unserem Sinn.

Immerhin: Diese Aktion heute ist nicht uneigennützig. Alle unsere Hörerinnen und Hörer dürfen miteinsteigen, mitspekulieren – dieser Fahrstuhl nach oben ist nicht besetzt, sondern offen fürs ganze Publikum.

Aber ganz werfen wir unseren Informationsauftrag nicht über Bord: Neben den Spekulationsbemühungen versuchen wir, das Phänomen der Kryptowährungen auf den Grund zu gehen: Wie sind sie einzuordnen, wo es an jedem SBB-Billettautomat auch Bitcoins zu kaufen gibt? Was sind die Möglichkeiten und Grenzen? Was soll dieser Hype um die Blockchain? Und ist es nicht Irrsinn, für virtuelles Geld Unmengen von realem Strom zu verheizen?

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Nerdfunk 435: Der digitalisierte VW-Bus

Während Matthias ein Stubenhocker ist, der ferne Länder (fast) nur vom Hörensagen kennt, gondelt Kevin ständig durch die Weltgeschichte: Letzte Woche war er mit seinem dreissigjährigen VW-Bus unterwegs. Diese Woche ist er im hohen Norden bei den Wikingern, um dort seine Drohne fliegen zu lassen.

Das ist uns Anlass, einmal über das Reisen aus nerdischer Sicht zu sprechen: Wie sorgt man unterwegs für genügend Strom und wie wird man dem Kabelchaos (mit diversen USB-Strippen) Herr? Welche Apps gibt es für die Planung der Reise, um den Rucksack mit den richtigen Dingen zu füllen, um vor Ort die Gegend zu erkunden? Und Sollte man sein Equipment speziell versichern lassen? (Apropos Fun Fact am Rand zum Stichwort Rucksack: Rollkoffer sind des Teufels!)

Es geht in dieser Sendung aber auch um Kevin, den Tech-Freak, der an einem Uralt-Auto einen Narren gefressen hat: Er erzählt uns, wie er Bus von 1988 technisch aufrüsten will: Mit Solarpanels, Temperaturmessern, Rückfahrkamera und Wasserstandsmesser – wozu das gut sein soll. Und natürlich stellt sich die Frage, wie es möglich sein könnte, dem Oldtimer einen futuristischen Dreh zu verpassen…

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